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20. Mai 20266 min Lesezeit

Cradle-to-gate versus cradle-to-grave: welche Systemgrenze verlangt Ihr Kunde?

Beim Berechnen eines Produkt-CO2-Fußabdrucks lautet die erste Frage nicht 'wie viel', sondern 'bis wohin'. Die Systemgrenze bestimmt, welche Emissionen Sie einrechnen — und nicht alle Kunden fragen dasselbe.

Cradle-to-gate: bis zu Ihrem Werkstor

Von der Rohstoffgewinnung bis zu dem Moment, in dem das Produkt Ihr Werk verlässt. Das ist die am häufigsten verwendete Grenze in der B2B-Zulieferung, weil Sie die Emissionen bis zu diesem Punkt selbst in der Hand haben. Ihr Kunde addiert Ihre Cradle-to-gate-Zahl zu seinen eigenen Verarbeitungs- und Transportemissionen.

Cradle-to-grave: der gesamte Lebenszyklus

Einschließlich Distribution, Nutzungsphase und Lebensende (Abfallbehandlung, Recycling). Erforderlich für eine vollständige Ökobilanz (LCA) oder eine Umweltproduktdeklaration (EPD), aber deutlich aufwendiger — Sie müssen Annahmen darüber treffen, wie der Kunde das Produkt nutzt und entsorgt.

Welche Grenze verlangt Ihr Kunde?

Für die Scope-3-Kategorie 1 (eingekaufte Güter) Ihres Kunden reicht meist Cradle-to-gate: Ihr Kunde ergänzt den Rest selbst. Für ein verbraucherorientiertes Nachhaltigkeitslabel oder eine EPD ist Cradle-to-grave nötig. Fragen Sie immer ausdrücklich nach — eine falsche Grenze macht Zahlen unvergleichbar.

Wie verified.supply damit umgeht

Sie legen die Systemgrenze je Produkt fest (Cradle-to-gate als Standard) sowie die Upstream-, Verarbeitungs- und Downstream-Emissionen getrennt. So ist für jeden Kunden klar, welche Grenze Ihre Zahl verwendet, und er kann sie korrekt in sein eigenes Reporting einordnen.

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