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7. Juli 20265 min Lesezeit

Scope-3-Kategorie-1 berechnen: von Lieferantendaten zur ESRS-E1-Offenlegung

Scope-3-Kategorie 1 – eingekaufte Waren und Dienstleistungen – ist für die meisten Unternehmen die größte und am schwersten zu berechnende Scope-3-Kategorie. Die Daten liegen bei Ihren Lieferanten, nicht bei Ihnen.

Zwei Methoden nach GHG Protocol

Der GHG Protocol Scope 3 Standard erkennt zwei Berechnungsmethoden für Kategorie 1 an. Die primäre Methode nutzt tatsächliche Emissionsdaten des Lieferanten selbst. Die ausgabenbasierte Methode schätzt Emissionen anhand des Einkaufsbetrags und sektoraler Emissionsfaktoren.

Beide sind zulässig. Der Unterschied liegt nicht in der Rechnung, sondern in der Qualität der Antwort: Eine ausgabenbasierte Schätzung folgt Ihrem Einkaufsvolumen, nicht der tatsächlichen Leistung Ihres Lieferanten. Wird Ihr Lieferant sauberer, zeigt eine ausgabenbasierte Berechnung das nicht.

Primärdaten: die bevorzugte Methode für ESRS E1

Unter ESRS E1-6 müssen Unternehmen den Anteil von Scope 3 berichten, der durch Primärdaten abgedeckt ist. Ein Lieferant, der seinen Scope 1 und 2 in einem VS-Profil erfasst hat, liefert Primärdaten. Diese Daten sind qualitativ besser als eine ausgabenbasierte Schätzung.

Dieser Prozentsatz ist keine kosmetische Kennzahl. Genau hier hakt ein Wirtschaftsprüfer nach: Welcher Teil Ihrer größten Emissionskategorie beruht auf tatsächlichen Messungen und welcher auf einem Durchschnittswert?

Wie verified.supply das aggregiert

Für jeden Lieferanten mit VS-Profil berechnet verified.supply den Scope-3-Kat.-1-Beitrag nach der Spend-Attribution-Methode: (Scope 1 + Scope 2 des Lieferanten) × (Ihr Einkaufsbetrag / Umsatz des Lieferanten). Für Lieferanten ohne Profil wird automatisch die ausgabenbasierte Methode mit EXIOBASE-2023-Emissionsfaktoren verwendet.

Beide Ergebnisse stehen nebeneinander in derselben Übersicht, mit der verwendeten Methode je Zeile. Sie sehen also auf einen Blick, welcher Teil Ihrer Kategorie 1 auf Lieferantendaten beruht und welcher auf einer Schätzung.

Der Export

Sie laden eine einzige CSV-Datei mit allen Lieferanten, ihrem Scope-3-Beitrag, der verwendeten Methode und der Berechnungsdokumentation herunter. Diese CSV importieren Sie direkt in Greenly, Normative oder Coolset.

Die Berechnungsdokumentation ist dabei keine Nebensache: Sie ist der Teil, den Ihr Wirtschaftsprüfer sehen will. Ohne nachvollziehbare Rechnung ist eine Zahl im CSRD-Bericht nicht mehr als eine Behauptung.

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