← Zurück zum Blog
31. Juli 20265 min Lesezeit

VCA-Zertifikat abgelaufen: Was jetzt? Schritt-für-Schritt Verlängerung und Schadensbegrenzung

Was genau passiert ist

VCA ist die niederländisch-belgische Entsprechung der deutschen SCC-Zertifizierung (Safety Certificate Contractors). Unternehmen, die für niederländische oder belgische Auftraggeber arbeiten, benötigen häufig ein VCA-Zertifikat.

Ihr VCA-Zertifikat ist abgelaufen. Das bedeutet, dass Sie derzeit nicht nachweisen können, dass Ihr Unternehmen die VCA-Sicherheitsnorm erfüllt. Die unmittelbaren Folgen hängen von Ihrer Situation ab.

Haben Sie keine laufenden Projekte, für die VCA verpflichtend ist, entsteht kein akuter Schaden. Sie können lediglich keine neuen Aufträge von Auftraggebern annehmen, die VCA verlangen, bis Sie wieder zertifiziert sind.

Haben Sie ein laufendes Projekt, für das VCA zu Beginn verpflichtend war, informieren Sie Ihren Auftraggeber so schnell wie möglich. Verschweigen ist schlimmer als melden — ein Auftraggeber, der es selbst entdeckt, kann die Zusammenarbeit beenden oder Schadensersatz geltend machen.

Haben Sie an einer Ausschreibung teilgenommen oder wollen Sie das tun, prüfen Sie, ob die Angebotsfrist noch läuft. Ein zum Zeitpunkt der Angebotsabgabe abgelaufenes Zertifikat führt zum Ausschluss — nachträglich heilen lässt sich das nicht.

Schritt 1: Stellen Sie fest, welches VCA-Zertifikat Sie hatten

VCA kennt zwei Arten von Zertifikaten, deren Verlängerungsverfahren sich deutlich unterscheiden. Prüfen Sie deshalb zuerst auf dem abgelaufenen Dokument, um welchen Typ es sich handelt — wer den falschen Weg einschlägt, wartet wochenlang auf den falschen Termin.

Unternehmenszertifikate — VCA* (ein Stern, für ausführende Betriebe ohne eigene Nachunternehmer, mit Fokus auf die Baustelle), VCA** (zwei Sterne, für Hauptauftragnehmer, einschließlich des Sicherheitsmanagementsystems) und VCA Petrochemie (zusätzliche Anforderungen für Arbeiten in der petrochemischen Industrie). Diese Zertifikate gelten drei Jahre. Die Verlängerung läuft über ein Rezertifizierungsaudit durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle wie Kiwa, Lloyd's Register, Bureau Veritas, DNV oder SGS. Rechnen Sie mit vier bis acht Wochen zwischen der Terminierung des Audits und der Ausstellung des neuen Zertifikats.

Personenzertifikate — B-VCA (Basissicherheit, für ausführende Mitarbeitende), VOL-VCA (für operative Führungskräfte) und VIL-VCU (für Vermittler wie Zeitarbeitsfirmen). Diese gelten zehn Jahre und werden über eine erneute Prüfung bei einem anerkannten Prüfungsanbieter verlängert; das Ergebnis wird im zentralen Diplomregister erfasst. Dauer: ein bis vier Wochen, je nach Verfügbarkeit von Prüfungsplätzen.

Verlangt ein Auftraggeber „VCA“, meint er in der Regel das Unternehmenszertifikat — zusätzlich zu der Anforderung, dass Ihre Mitarbeitenden über ein gültiges Personenzertifikat verfügen. Beide laufen unabhängig voneinander ab, und in der Praxis geschieht das regelmäßig.

Schritt 2: Nehmen Sie sofort Kontakt zu Ihrer Zertifizierungsstelle auf

Rufen Sie Ihre Zertifizierungsstelle noch heute an oder schreiben Sie ihr. Erklären Sie, dass Ihr Zertifikat abgelaufen ist, und fragen Sie nach dem schnellsten Verfahren.

In manchen Fällen gilt eine Kulanzfrist: Ist das Zertifikat erst kürzlich abgelaufen (weniger als drei Monate) und liegen keine Sicherheitsvorfälle vor, sind einige Zertifizierungsstellen bereit, eine beschleunigte Rezertifizierung anzusetzen, ohne den vollständigen Dreijahreszyklus neu zu starten. Das ist kein Anspruch, sondern eine praktische Absprache — fragen Sie ausdrücklich danach und lassen Sie sich das Ergebnis schriftlich bestätigen.

Geht es um ein Unternehmenszertifikat, fragen Sie, ob in den nächsten zwei Wochen ein Auditslot frei wird. Geht es um ein Personenzertifikat, fragen Sie nach dem nächsten Prüfungsort und -termin; in Stoßzeiten sind diese Wochen im Voraus ausgebucht.

Schritt 3: Kommunizieren Sie proaktiv gegenüber Ihren Auftraggebern

Schicken Sie eine kurze E-Mail an alle Auftraggeber, bei denen VCA eine Anforderung war oder ist. Nennen Sie darin, dass Ihr VCA-Zertifikat vorübergehend abgelaufen ist, welche Schritte Sie zur Behebung unternommen haben und wann Sie wieder zertifiziert zu sein erwarten.

Das ist unangenehm, aber die Alternative — dass der Auftraggeber es selbst entdeckt — schadet der Beziehung weit mehr. Auftraggeber schätzen proaktive Kommunikation über Fehler erheblich stärker als das Ausbleiben einer Meldung. Zudem geben Sie ihnen die Gelegenheit, ihre eigene Lieferantenakte zu aktualisieren, statt Ihnen die Sache später anzulasten.

So verhindern Sie das künftig: automatische Ablaufüberwachung

Ein abgelaufenes VCA-Zertifikat ist fast immer ein Kalenderproblem, kein absichtliches. Die Zertifizierungsstelle verschickt kein Erinnerungsschreiben. Ihr Kalender erinnert Sie nicht. Und drei Jahre sind lang genug, um es zu vergessen.

Die Lösung ist eine automatisierte Überwachung. Das Zertifikatsmodul von verified.supply erfasst Ihr VCA-Zertifikat mit Ablaufdatum und einem Link zum Dokument und versendet automatisch eine E-Mail-Benachrichtigung zu festen Zeitpunkten: 30, 14, 7 und 1 Tag vor Ablauf. Sie erfassen das Zertifikat einmal; der Rest läuft von selbst.

Ihre Kunden sehen zudem auf Ihrem öffentlichen Badge, ob Ihr VCA aktuell ist — ohne Zertifikatsnummern oder andere Angaben, die nicht öffentlich sein müssen. Das erspart Rückfragen bei Ausschreibungen und Lieferantenbewertungen.

Neben VCA verwaltet verified.supply auch Ihre ISO-Zertifikate (9001, 14001, 45001), Branchenzertifikate, Versicherungspolicen und alle weiteren Dokumente mit Ablaufdatum in einer Übersicht — mit denselben Warnungen.

Lesen Sie auch

Erstellen Sie Ihr VS-Profil (früher VSME) einmalig

Erstellen Sie ein Konto und legen Sie heute los.

Kein Passwort nötig — Sie erhalten einen Anmeldelink per E-Mail.