CSDDD versus VS-Standard: Was ist der Unterschied und was müssen Sie liefern?
Zwei europäische Regelwerke, beide auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, beide relevant für KMU-Lieferanten. Aber sie verlangen unterschiedliche Daten und haben unterschiedliche Fristen. Dieser Artikel stellt sie nebeneinander.
Der VS-Standard (Voluntary Standard)
Der VS wurde am 3. Juli 2026 als delegierte Verordnung angenommen. Er ist der offizielle Nachfolger der VSME-Empfehlung. Der VS definiert, welche Nachhaltigkeitsdaten ein KMU-Lieferant seinen CSRD-pflichtigen Kunden maximal liefern muss. Der Schwerpunkt liegt auf quantitativen Umwelt- und Sozialdaten: Energieverbrauch, Emissionen, Wasser, Abfall, Belegschaftsdaten.
Die CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive)
Die CSDDD verpflichtet große Unternehmen, Menschenrechts- und Umweltrisiken in ihrer Lieferkette aktiv zu identifizieren, zu verhindern und anzugehen. Für Lieferanten bedeutet das: Sie können um Erklärungen zu Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Ihrer Sorgfaltspflichtenpolitik gebeten werden. Das sind qualitative Compliance-Daten, keine quantitative Nachhaltigkeitsmessung.
Was sich überschneidet
VS-Standard B8 (Belegschaftsmerkmale) und B10 (Vergütung und Tarifbindung) überschneiden sich teilweise mit dem, was die CSDDD über Beschäftigte wissen will. Aber die CSDDD geht weiter: Erklärungen, Richtliniendokumente und eine Analyse Ihrer eigenen Lieferkette.
Was sich nicht überschneidet
Die CSDDD verlangt Dinge, die nicht im VS-Standard stehen: ein Modern Slavery Statement, eine formelle Erklärung frei von Zwangsarbeit und eine Risikoanalyse der Herkunftsländer von Rohstoffen. Diese liegen außerhalb des Wertschöpfungskettendeckels des VS.
Genau dieser Deckel macht die Unterscheidung wichtig. Für VS-Datenpunkte können Sie sich auf Anhang II berufen: Ein Kunde darf nicht mehr verlangen, als dort steht. Für eine CSDDD-Erklärung gilt dieser Deckel nicht – die Frage stammt aus einer anderen Richtlinie und folgt eigenen Regeln.
Wie verified.supply beides abdeckt
Das VS-Profil deckt die quantitativen Nachhaltigkeitsdaten ab (B1–B11). Das CSDDD-Modul deckt die qualitativen Erklärungen ab (HR1–HR8). Zusammen bilden sie Ihr vollständiges Compliance-Profil als Lieferant.
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