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16. Juli 20266 min Lesezeit

VSME-Anbieter im Vergleich: Welche Software brauchen KMU-Lieferanten?

Seit Juli 2025 empfiehlt die Europäische Kommission den VSME-Standard offiziell als Rahmen für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMU (Empfehlung EU 2025/1710). Hintergrund: Große Unternehmen — jene mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden — sind unter der CSRD verpflichtet, ihre Scope-3-Emissionen zu berichten. Bis zu 80 Prozent dieser Emissionen stammen aus der Lieferkette, also von Lieferanten wie Ihnen.

Das Ergebnis: Immer mehr KMU erhalten Nachhaltigkeitsfragebögen von ihren Großkunden. Ohne ein strukturiertes Werkzeug bedeutet das: jedes Jahr dieselben Daten manuell erfassen, in unterschiedliche Formate übertragen und an verschiedene Kunden schicken. Mit dem richtigen VSME-Tool erstellen Sie Ihr Profil einmal — und liefern es automatisch an jeden Kunden, der danach fragt.

Was ein VSME-Tool können muss

Nicht jede Software ist für KMU-Lieferanten geeignet. Die meisten verfügbaren Tools sind für große Unternehmen entwickelt worden, die ihre eigene CSRD-Berichterstattung managen müssen. Was ein KMU-Lieferant tatsächlich braucht, ist anders: Datenerfassung nach VSME-Basismodul (B1–B7), nicht nach ESRS. Schätzungsunterstützung, wenn exakte Daten fehlen — mit dokumentierter Methodik. Automatische Berechnung von Scope 1 und Scope 2 auf Basis von Energierechnungen. Export in einem Format, das Einkäufer direkt in ihre eigenen Reporting-Tools importieren können. Kein jährliches Audit, keine externe Prüfpflicht — der VSME ist freiwillig und selbst-deklariert.

Verfügbare Optionen im Überblick

Die Landschaft der VSME-Anbieter entwickelt sich schnell. Derzeit existieren drei Kategorien.

Kategorie 1 — Manuelle Vorlagen: EFRAG stellt eine kostenlose Excel-Vorlage bereit. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) bietet seit September 2025 ein kostenloses Beta-Modul an (auf Deutsch). Vorteil: kostenlos. Nachteil: kein automatischer Versand an Kunden, kein Audit-Trail, jedes Jahr von vorne anfangen.

Kategorie 2 — Umfassende ESG-Plattformen: Anbieter wie Tanso, Mavarick oder Greenly decken sowohl VSME als auch CSRD/ESRS ab. Geeignet für Unternehmen, die selbst CSRD-pflichtig werden. Preise ab ca. 3.000–10.000 € pro Jahr. Für reine KMU-Lieferanten meistens überdimensioniert.

Kategorie 3 — Lieferantenspezifische Tools: verified.supply ist speziell für KMU-Lieferanten entwickelt worden, die VSME-Daten an mehrere Kunden gleichzeitig liefern müssen. Einmalige Dateneingabe, automatische Zustellung, maschinenlesbare Exporte für Einkäufer. Ab kostenlos (Basisprofil) bis 49 €/Monat (Pro-Abo).

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung.

Wie viele Kunden werden Daten von mir anfragen? Wenn es nur einer ist: eine Vorlage reicht. Wenn es fünf oder mehr sind: ein automatisiertes Tool spart erheblich Zeit.

Brauche ich einen Audit-Trail? Wenn Ihr Kunde die Daten für seine CSRD-Assurance benötigt, müssen die Berechnungsmethoden dokumentiert sein. Excel-Vorlagen leisten das nicht automatisch.

Wie ändert sich meine Datenlage von Jahr zu Jahr? Wenn sich Ihre Energiedaten kaum verändern, ist eine einmalige Einrichtung mit jährlichem Update ausreichend. Ein cloudbasiertes Tool aktualisiert automatisch mit den neuesten Emissionsfaktoren.

Der praktische Einstieg

Für KMU-Lieferanten empfiehlt sich folgender Ansatz: Starten Sie mit dem kostenlosen Basisprofil auf verified.supply. Sammeln Sie Ihre Energierechnungen des letzten Geschäftsjahres. Die Plattform berechnet automatisch Scope 1 und Scope 2 auf Basis Ihrer Eingaben. Das fertige Profil teilen Sie mit jedem Kunden, der Nachhaltigkeitsdaten anfordert — ohne die Daten jedes Mal neu einzugeben.

Melden Sie sich jetzt für frühen Zugang an: verified.supply.

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